Kontroverse: Handeln oder Sein
Das Gelassenheitsgebet: „Gib mir die Gelassenheit, Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ Reinhold Niebuhr (1892-1971), US-Theologe und Philosoph Warum funktioniert das Gebet: Die Antwort erhalte ich von Wolfgang Lalouschek, Facharzt für Neurologie: „Das Gebet lenkt unseren Geist auf das, was wir beeinflussen können. Dadurch befreit es einen aus der Position, sich als ‚Opfer‘ zu fühlen. Das entspannt spürbar. Denn Ohnmachtsgefühl ist ein sehr starker Stress faktor, sogar stärker als zu viel Arbeit.“ Akzeptieren, was ist „Die Dinge manchmal einfach sein zu lassen, wie sie sind, spart unglaublich viel Kraft. Und es bedeutet, ein Stück weit zurück zu sich selbst zu kommen, gut für sich selbst zu sorgen“, erklärt mir Sandra Kornsteiner, Psychologin und Psychotherapeutin. Mut macht glücklich Mut bringt uns ins Handeln und verleiht Zauberkräfte. Wolfgang Lalouschek: „Das Gefühl, Dinge durchs eigene Bemühen zu beeinflussen, ist gesunderhaltend. Wenn wir ein Ziel haben, uns dafür bemühen und erleben, dass wir dieses Ziel erreicht haben, produziert der Körper Glückshormone.“ In sich hineinhören Wie weiß ich nun, ob es besser ist, eine Situation anzunehmen oder eine Veränderung anzustreben? Wolfgang Lalouschek empfiehlt, sich selbst zu befragen: „Wäre ich mein eigener Berater – was würde ich mir raten? Was würde meine beste Freundin mir raten? Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie sehr kann ich es beeinflussen? Wie könnte ich meinen Einfluss erhöhen?“ Sandra Kornsteiner ergänzt: „Was gibt mir Energie? Was nimmt mir Energie?“ Machen wir stetig mehr von dem, was uns Energie gibt, sind wir auf einem guten Weg.
Loslassen und Tun nach Patanjali
Abhyasa nach Patanjali: Patanjali betrachtet Abhyasa als eine der beiden Säulen des Yoga, die andere ist Vairagya. Abhyasa wird als die kontinuierliche und beharrliche Praxis der Stille des Geistes beschrieben. Es bezieht sich auf die bewusste Anstrengung, den Geist zu fokussieren und zu beruhigen. Patanjali betont, dass Abhyasa über einen längeren Zeitraum hinweg mit Ausdauer, Hingabe und Regelmäßigkeit durchgeführt werden sollte, um spirituelle Fortschritte zu erzielen. Durch Abhyasa soll der Geist schrittweise gereinigt und ruhig werden, was zur Kontrolle der Gedanken und zur Erreichung eines Zustands der Meditation führt.
HuS im ZEN
Einerseits wird betont, dass wir uns nicht zu sehr an Vorstellungen, Pläne oder Wünsche binden sollten. Das bedeutet, dass wir nicht zwanghaft versuchen sollten, das Leben nach unseren eigenen Vorstellungen zu gestalten oder zu kontrollieren. Stattdessen wird uns geraten, loszulassen und den Fluss des Lebens zu akzeptieren. Auf der anderen Seite wird auch die Bedeutung von aktivem Handeln und Mitgefühl betont. Zen-Lehrer:innen ermutigen dazu, mit vollem Engagement im Leben zu stehen und die eigene Verantwortung wahrzunehmen. Das bedeutet, aktiv zu werden, wenn es notwendig ist, um anderen zu helfen oder eine positive Veränderung in der Welt herbeizuführen. HuS bei Lehrer:innen für Persönlichkeitsentwicklung
Die Loslasser – Moderne spirituelle Lehrer
Eckhart Tolle: "Loslassen" – Eckhart Tolle lehrt die Kunst des Loslassens von übermäßigem Denken und der Identifikation mit dem Verstand. Er betont die Bedeutung des gegenwärtigen Moments, der Akzeptanz dessen, was ist, und des Bewusstseins über das Ego, um inneren Frieden und Gelassenheit zu finden. Wayne Dyer: "Loslassen" – Wayne Dyer betont die Notwendigkeit des Loslassens von Kontrolle, äußerem Erfolg und dem Bedürfnis nach Bestätigung von anderen. Er ermutigt dazu, sich mit dem Fluss des Lebens zu verbinden, auf die innere Weisheit zu hören und dem universellen Plan zu vertrauen. Louise Hay: "Loslassen" – Louise Hay betont die Kraft des Loslassens von negativen Glaubenssätzen, Selbstzweifeln und alten emotionalen Verletzungen. Sie fördert die positive Affirmation, Selbstliebe und das bewusste Schaffen einer positiven inneren Einstellung. Vairagya nach Patanjali: Vairagya ist die andere Säule des Yoga laut Patanjali. Es bezieht sich auf die Kultivierung von Nicht-Anhaftung oder Loslösung von weltlichen Objekten und Vergnügungen. Vairagya bedeutet, von den materiellen Dingen und den Wünschen des Geistes loszulassen. Patanjali betont, dass wahres spirituelles Wachstum erst möglich ist, wenn wir eine gewisse innere Abkehr von den äußeren Einflüssen und Verlockungen der Welt entwickeln. Durch Vairagya können wir unsere Identifikation mit dem Körper, den Sinneswahrnehmungen und den Begierden reduzieren und so einen Zustand von Klarheit und Gelassenheit erreichen.
Brené Brown: "Loslassen" – Brené Brown legt den Fokus auf das Loslassen von Perfektionismus, Scham und dem Bedürfnis nach ständiger Kontrolle. Sie betont die Wichtigkeit von Verletzlichkeit, Selbstakzeptanz und dem Zulassen von emotionaler Offenheit, um ein erfülltes Leben zu führen.
Die Loslasser – Schamanen
Manitonquat (Medizinmann der Wampanoag): "Loslassen" – Manitonquat betont die Bedeutung des Loslassens von Kontrolle und des Hingebens an den natürlichen Fluss des Lebens. Er lehrt die Kunst des Vertrauens, des Loslassens von Ängsten und der Hingabe an das Göttliche. Maria Sabina: "Loslassen" – Maria Sabina, eine berühmte mexikanische Mazatek-Schamanin, betonte die Kraft des Loslassens von alten Mustern, Ängsten und Begrenzungen. Sie lehrte den Zugang zu spirituellen Dimensionen durch den Gebrauch von heiligen Pflanzen, wie zum Beispiel Psilocybin-Pilzen. Black Elk: "Loslassen" – Black Elk, ein bekannter Oglala-Lakota-Schamane, betonte die Bedeutung des Loslassens von Ego und dem Streben nach Macht. Er lehrte die Verbindung mit der Natur, mit dem Großen Geist und die Bereitschaft, sich von Visionen und spirituellen Führung leiten zu lassen.
Die Loslasser – Yogalehrer
Paramahansa Yogananda: "Loslassen" – Paramahansa Yogananda betonte die Bedeutung des Loslassens von weltlichen Anhaftungen und der Identifikation mit dem Ego. Er lehrte die Praxis der Meditation, um eine tiefere Verbindung mit dem inneren Selbst und dem Göttlichen herzustellen.
Die Loslasser – Atemlehrer
Max Strom: "Loslassen" – Max Strom legt Wert auf das Loslassen von Spannungen und stressbedingten Atemgewohnheiten. Er betont die heilende Kraft des Atems, um emotionale Blockaden zu lösen und den Körper, Geist und Seele zu harmonisieren. Richard Brown und Patricia Gerbarg: "Loslassen" – Richard Brown und Patricia Gerbarg betonen die therapeutischen Aspekte des Atmens, insbesondere bei Angstzuständen und Stress. Sie lehren die Kohärenzatmung, eine Methode zur Regulation des autonomen Nervensystems und zur Förderung der Entspannung und inneren Ausgeglichenheit. Die Loslasser – Sonstige Richard Rudd: "Das Loslassen von Widerstand und Kontrolle führt zur Entfaltung des eigenen Potenzials." – Richard Rudd betont die Bedeutung des Loslassens von Widerstand, um den Fluss des Lebens zu ermöglichen. Er lehrt, dass wir durch das Akzeptieren und Vertrauen auf den natürlichen Lauf des Lebens unser volles Potenzial entfalten können. Safi Nidiaye: "Das Loslassen von Illusionen und Selbstbildern ermöglicht authentisches Sein." – Safi Nidiaye betont die Bedeutung des Loslassens von Illusionen und Selbstbildern, um in unsere wahre Natur einzutauchen. Sie lehrt, dass wir durch das Erkennen und Loslassen von begrenzenden Überzeugungen und Identifikationen eine tiefere Authentizität erreichen können.
Die Loslasser – buddhistischen Lehrer:innen
Pema Chödrön: "Loslassen bedeutet, uns mit den Unannehmlichkeiten des Lebens zu versöhnen und mit offenem Herzen zu akzeptieren, was ist." – Pema Chödrön betont die Bedeutung des Loslassens von Widerstand und die Annahme der gegenwärtigen Situation. Sie lehrt, dass wir durch die Praxis des Loslassens inneren Frieden und Gelassenheit finden können. Dalai Lama: "Loslassen des Selbstzentrismus und das Kultivieren von Mitgefühl und Altruismus führen zur Glückseligkeit." – Der Dalai Lama betont die Bedeutung des Loslassens des Egoismus und der Selbstbezogenheit. Er lehrt, dass wahre Glückseligkeit durch die Entwicklung von Mitgefühl und Altruismus erreicht wird. Thich Nhat Hanh: "Loslassen bedeutet, im gegenwärtigen Moment zu verweilen und das Leben mit vollem Bewusstsein zu leben." – Thich Nhat Hanh betont die Bedeutung des Loslassens von Sorgen um die Vergangenheit und die Zukunft. Er lehrt, dass wir durch die Praxis der Achtsamkeit im gegenwärtigen Moment verweilen und die Schönheit des Lebens in vollen Zügen erfahren können.
Die Macher – Moderne Spirituelle Lehrer
Deepak Chopra: "Tun" – Deepak Chopra betont die Bedeutung von ganzheitlichem Handeln, das Körper, Geist und Seele umfasst. Er ermutigt zu bewussten Entscheidungen und Aktionen, um die eigene Gesundheit, Spiritualität und persönliche Entwicklung voranzutreiben. Tony Robbins: "Tun" – Tony Robbins betont die Bedeutung von aktiver Maßnahmenergreifung, persönlicher Verantwortung und konkreten Schritten, um Veränderungen im eigenen Leben herbeizuführen. Er ermutigt dazu, die eigenen Ziele klar zu definieren und entschlossen voranzuschreiten.
Die Macher – Schamanen
Schamane: Don Juan Matus betont die Bedeutung von Handeln und Selbstdisziplin im schamanistischen Pfad. Er lehrt, dass das Handeln und die persönliche Verantwortung für unsere Entscheidungen und Handlungen entscheidend sind, um spirituelles Wachstum zu erreichen. Geronimo – Schamane: ein berühmter Apache-Schamane, legte Wert auf die Bedeutung von Tapferkeit, Kampfgeist und Handeln im Einklang mit den spirituellen Prinzipien der eigenen Kultur. Er betonte den Einsatz von Willenskraft und aktiver Teilnahme am Leben. Die Macher – Yogis Krishnamacharya: "Tun" – Tirumalai Krishnamacharya betonte die Bedeutung von aktiver Praxis und Disziplin im Yoga. Er entwickelte individuell angepasste Yoga-Übungsprogramme und legte großen Wert auf die Ausübung von Asanas, Pranayama und Meditation. B.K.S. Iyengar: "Tun" – B.K.S. Iyengar legte großen Wert auf die präzise Ausführung von Asanas (Körperstellungen) und die Nutzung von Hilfsmitteln, um den Körper auszugleichen und zu unterstützen. Er betonte die Bedeutung von Anstrengung, Hingabe und Achtsamkeit in der Praxis. Pattabhi Jois: "Tun" – Pattabhi Jois war bekannt für die Entwicklung des Ashtanga Vinyasa Yoga-Systems. Er betonte die Bedeutung einer kraftvollen und dynamischen Praxis, die aus einer festgelegten Abfolge von Asanas und synchronisiertem Atem besteht. Die Macher – Atemlehrer Dr. Andrew Weil: "Tun" – Dr. Andrew Weil betont die Bedeutung bewusster Atemübungen zur Förderung von Entspannung, Stressabbau und körperlichem Wohlbefinden. Er lehrt Techniken wie die 4-7-8-Atemübung, um den Atem bewusst zu lenken und den Körper zu beruhigen. Wim Hof: "Tun" – Wim Hof lehrt die Wim-Hof-Methode, eine Atemtechnik, kombiniert mit Kälteexposition und Fokussierung des Geistes. Er betont die Fähigkeit, durch bewusste Atemarbeit den Körper und Geist zu kontrollieren und so außergewöhnliche Leistungen zu erreichen.
Die Macher – Antike Philosophen
Sokrates: "Das ununtersuchte Leben ist nicht lebenswert." – Sokrates betonte die Bedeutung des kritischen Denkens und der Selbsterkenntnis. Er lehrte, dass das Streben nach Wissen und Weisheit entscheidend ist, um ein erfülltes und sinnvolles Leben zu führen.
Platon: "Der Geist ist der Schöpfer der Wirklichkeit." – Platon betonte die Vorstellung, dass das geistige Streben und die philosophische Reflexion den Menschen befähigen, die Welt zu verstehen und zu gestalten. Er lehrte, dass der menschliche Geist die Fähigkeit hat, die Wirklichkeit zu formen. Aristoteles: "Virtuose Tätigkeit führt zu einem erfüllten Leben." – Aristoteles betonte die Bedeutung des Handelns und der praktischen Tugenden für ein gutes Leben. Er lehrte, dass die Tätigkeit in Übereinstimmung mit unseren besten Fähigkeiten und Tugenden zu einem erfüllten Leben führt.
Beides
Carlos Castaneda: "Tun und Loslassen" – Carlos Castaneda beschrieb in seinen Büchern sowohl die Bedeutung von aktiver Handlung und Selbstdisziplin als auch die Wichtigkeit des Loslassens von Ego und Kontrolle. Er betonte das Finden der Balance zwischen Tun und Loslassen, um auf dem schamanistischen Weg zu wachsen. Swami Sivananda: "Tun" und "Loslassen" – Swami Sivananda betonte sowohl das aktive Tun als auch das Loslassen in der spirituellen Praxis. Er lehrte eine umfassende Yoga-Philosophie, die verschiedene Aspekte des Yoga, wie Asanas, Pranayama, Meditation und ethische Prinzipien, umfasst. Carl Jung: "Integration von Gegensätzen" – Carl Jung betonte die Integration von Gegensätzen, um ein Gleichgewicht und eine Harmonie im Leben zu erreichen. Er lehrte, dass es notwendig ist, sowohl aktiv zu handeln als auch loszulassen und innezuhalten, um eine ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung zu ermöglichen. Erich Fromm: "Selbstreflexion und bewusstes Handeln" – Erich Fromm betonte die Bedeutung der Selbstreflexion und des bewussten Handelns, um ein authentisches und erfülltes Leben zu führen. Er lehrte, dass wir uns selbst und unsere Motivationen verstehen müssen, um bewusst entscheiden zu können, ob wir handeln oder loslassen. Martin Seligman: "Positive Veränderungen erfordern aktives Tun und die Bereitschaft, alte Denkmuster und Verhaltensweisen loszulassen." – Martin Seligman betont, dass positive Veränderungen in unserem Leben aktives Handeln erfordern. Wir müssen bereit sein, uns von alten Denkmustern und Gewohnheiten zu lösen, um neue Wege des Denkens und Handelns zu erschließen. Barbara Fredrickson: "Loslassen von negativen Emotionen und das Kultivieren von positiven Emotionen fördert Wohlbefinden und Resilienz." – Barbara Fredrickson betont die Bedeutung des Loslassens von negativen Emotionen und der bewussten Kultivierung positiver Emotionen. Indem wir negative Gedanken und Gefühle loslassen und uns auf positive Aspekte des Lebens konzentrieren, können wir unser Wohlbefinden und unsere Resilienz steigern.
Quelle: Evernote-Notizen THEMEN 3, S. 1-6
