Magie des Universums – YUGEN
Magie des Universums
Sollten wir das Universum "verehren"? – "yūgen" = Bewusstsein für die tiefe Anmut/Eleganz und Feinsinnigkeit des Universums bezieht – ein Bewusstsein, das Gefühle hervorruft, die unerklärlich tief und zu geheimnisvoll für Worte sind. Die Sonne hinter einem blumenbedeckten Hügel versinken sehen. Immer weiter in einem riesigen Wald umherwandern, ohne an die Rückkehr zu denken Am Ufer stehen und einem Boot hinterherschauen, das hinter fernen Inseln verschwindet Yūgen ist ein ausladendes, erhebendes, ausladendes, weiträumiges Gefühl, ein mystisches Bewusstsein, eine fast erhebende Bewunderung und Hochachtung der Existenz, die durch eine ergreifende Begegnung mit den unbeschreiblichen Details der Realität hervorgerufen wird. Dieses Gefühl ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Wesens. Es ist etwas, das jede:r von uns schon erlebt hat. Manchmal stellt sich dieses mystische, ehrfürchtige Gefühl ein, wenn wir das Leben aus einer Makroperspektive betrachten und uns die dies endlose, sich ausbreitende Meer des Kosmos vorstellen, diese endlosen Möglichkeiten. Oft sind es jedoch die winzigen, vergänglichen, unerwarteten Details der täglichen Erfahrung – ein flatternder Kolibri, ein abnehmender Sonnenuntergang, ein kostbares Lied oder ein Stück Poesie – die dieses ausladende und erhebende Gefühl wecken, uns staunen und demütig machen und uns daran erinnern, dass wir in einem wundersamen, erstaunlichem und schillernden Wunderland leben.
Albert Einstein: "Das edelste und erhabenste Gefühl, dessen wir fähig sind, ist das mystische Gefühl. In diesem mystischen Gefühl liegt der Ursprung aller Kunst und aller wahren Wissenschaft. Wem dieses Gefühl fremd ist, wer nicht mehr zum Staunen fähig ist und in einem Zustand der Angst lebt, ist ein toter Mensch. Zu wissen, dass das, was für uns unbegreiflich und unergründbar ist, wirklich existiert und sich als die höchste Weisheit und die strahlendste Schönheit offenbart, deren grobe Formen allein unserem armen Verstand verständlich sind
- dieses Wissen, dieses Gefühl … das ist der Kern des wahren religiösen Empfindens. In diesem Sinne, und nur in diesem Sinne, zähle ich mich zu den zutiefst religiösen Menschen."
Carl Sagan: "Die Wissenschaft ist nicht nur mit der Spiritualität vereinbar; sie ist eine tiefgreifende Quelle der Spiritualität. Wenn wir unseren Platz in der Unendlichkeit der Lichtjahre und im Lauf der Zeitalter erkennen, wenn wir die Vielschichtigkeit, Verschlungenheit, Pracht, Anmut, Schönheit und Feinheit des Lebens begreifen, dann ist dieses erhebende Gefühl, dieses Gefühl von Begeisterung, Euphorie, Überschwang und Demut, Dankbarkeit, Ergebenheit zugleich, sicherlich spirituell. Das Gleiche gilt für unsere Emotionen in der Gegenwart großer Kunst, Musik oder Literatur oder für Taten von beispielhaftem, selbstlosem Mut wie die von Mohandas Gandhi oder Martin Luther King Jr. Die Vorstellung, dass sich Wissenschaft und Spiritualität gegenseitig ausschließen, erweist beiden einen schlechten Dienst.
Wenn ich sage, dass ich Gott im Nachthimmel sehe, ist das eine Art, mir selbst zu bestätigen, dass die geheimnisvolle Schönheit, Erhabenheit und Majestät, die ich erlebe, für mich das höchste und wichtigste Etwas ist – das, was es verdient, in der Schriftsprache permanent großgeschrieben zu werden, das, was für mich eine Bedeutung hat, die gleich oder größer ist als die Bedeutung, die das Wort für viele Christen hat, die ich kenne, trotz der Tatsache, dass wir das Wort sehr unterschiedlich definieren (für mich bedeutet "Gott" einfach die Natur, die Existenz, das Geheimnis von allem). Gott, Universum, Kosmos, Quelle, Leben, …
Wunder, Erhabenheit, Herrlichkeit, Heiligkeit, majestätisch, erstaunlich
Wir sollten im Alltag in der Lage sein, diese magischen und erhebenden Worte für uns zu beanspruchen – sie als Mittel zu verwenden, um die Bedeutung unserer Ehrfurcht poetisch zu vermitteln und zu bekräftigen -, ohne dass man uns in eine Schublade steckt. Wenn ich in einen Pfirsich beiße und ihn "göttlich" nenne, sollte es nicht nur sein, dass wir damit betonen, wie gut er ist. Der eigentliche Grund sollte das staunen, die Dankbarkeit für solch ein Produkt des Universums, dieses "göttliches Wunder" anerkennen und sehen. Der Zauber ist, dass ein Rindenbewachsener Holzstamm, hervorgewachsen aus dem Felsen auf dem wir wohnen, durch Fusion von biologischen Substanzen dieses saftige Kügelchen hervorbrachte, das ich vergängliches und zerbechliches Wesen, pflücken und mir zum Genuss und zur Ernährung ins Gesicht stopfen kann.
Neulich hörte ich zufällig, wie eine Frau ihren Freunden erzählte, dass ihr Partner glaubt, sie habe magische Fähigkeiten, dass sie aber nicht an Magie glaubt und noch nie Beweise für so etwas gesehen hat. In solchen Momenten kichere ich ein wenig und frage mich, warum "Magie" als etwas definiert wird, das über die Natur selbst hinausgeht. Warum halten wir es nicht für "magisch", dass wir aus unserer Mundhöhle lächerlich komplexe Geräusche ausstoßen, die unsere tiefsten Ängste und Träume und Ideen und Lieben und Verluste mitteilen können?
Wir sollte also das Wort "verehren" und „Wunder“ und Majestätisch und erhaben verdenden, weil es das wirksamste Mittel ist, das mir zur Verfügung steht, um ein unaussprechliches, erhebendes Gefühl auszudrücken, das ich empfinde, wenn ich bestimmten Details des Lebens begegne, die mich für einen Moment zu einer größeren, umfassenderen, unergründlichen Realität erwecken.
Quelle: Evernote-Notizen THEMEN 3, S. 142-145
