
20 Minuten – Besinnung im Drama. Eine Meditation für Momente, wo du nicht mehr weißt, wie du alles bewältigen sollst.
Manchmal stehe ich einfach da, starr in den Abgrund, und denke: ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr. Alles um mich ist Chaos – und ich? Ich bin nur ein müder Mensch, erschöpft, der nicht mehr weiß, wo er hin soll.
Und dennoch dieser seltsame Anspruch in mir, das alles mit roher Logik lösen zu können. Jetzt. Sofort. Doch genau das brennt mich aus, während das Leben immer schneller wird.
Nennen wir es jetzt aber mal nicht Chaos, Erschöpfung, Krise, Unsicherheit oder Drama, sondern einfach nur Veränderung, Transformation. Eine Veränderung, die, wie es so oft heißt, uns nicht willkommen heißt, weil sie uns erschöpft. Weil sie uns mit Schmerz erfüllt. Weil sie uns überfordert und uns die Orientierung raubt. Es ist ein Zustand, in dem wir den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen, in dem wir uns in den verzweigten Pfaden unserer eigenen Gedanken verlieren.
Und obwohl wir wissen, dass der Mensch ein träges Wesen ist und Veränderung nur dann passiert wenn wir nicht angestupst, sondern dramatisch konfrontiert werden, wollen wir das nicht. Wir hätten gern die Veränderung, aber bitte einfach.
Genau in solchen Zeiten aber, so lehrt es uns nicht nur das Yoga, sondern auch viele andere Weisheitslehren, liegt die eigentliche Kunst darin, nicht sofort zu handeln, sondern zunächst in einen Zustand innerer Ruhe zu treten. Ein Zustand, in dem wir erkennen, dass es nicht die Aufgabe des Geistes ist, jede Veränderung augenblicklich zu lösen, sondern vielmehr, einen Ort der Stille zu schaffen – einen Ort, von dem aus wir auch im Sturm einen klaren Blick behalten.
Ein solcher Ort lehrt uns: Dies ist Veränderung. Und Veränderung muss nicht sofort bewältigt werden. Sie wird sich wandeln. Sie wird sich lösen. Es ist nicht das Ende, sondern ein Anfang.
Damit jedoch dieser Anfang möglich wird, bedarf es einer gewissen Geduld, einer Milde gegenüber uns selbst und einer stillen Akzeptanz. Der Erkenntnis, dass uns diese Erfahrung nicht isoliert trifft, sondern dass wir – in unserer Menschlichkeit – Teil eines größeren Gefüges sind, in dem alle Wandel durchleben. Wir sind weder besser noch schlechter; und wir sind nicht verpflichtet, alles heute zu lösen.
Und eben dafür ist diese Meditation bestimmt: um einen Raum zu schaffen, in dem wir verweilen können, still werden, und in dem wir die Kraft finden, das, was ist, anzunehmen – inmitten der eigenen, stillen Transformation.

